Community-Manager: Aufgaben, Kompetenzen und Rollenvielfalt

von | 26. Okt. 2017 | Community Management, Community Manager

Zuletzt geändert am 9. April 2026

Den Job des Community Managers gibt es seit vielen Jahren. Ich selbst arbeite seit 2006 in diesem Bereich. Das Berufsbild und die damit verbundenen Aufgaben sind vielen Personen aber noch immer unbekannt – und werden allzu oft mit den Aufgaben eines Social-Media-Managers verwechselt. Zeit, das zu ändern.

Community Manager ist nicht gleich Community Manager. Die Berufsbezeichnung umfasst ein breites Spektrum an Rollen, Kontexten und Verantwortlichkeiten. Wer in sozialen Netzwerken Kommentare moderiert, hat andere Aufgaben als jemand, der intern eine Wissenscommunity für 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbaut und strategisch begleitet.

Im Wesentlichen lassen sich drei Ausprägungen des Berufsbilds unterscheiden – je nach Kontext, Plattform und Zielgruppe unterscheiden sich die Anforderungen, die Dynamik und die Verantwortung erheblich.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Community Manager konkret tun, welche Kompetenzen sie brauchen und wie sich die Rolle je nach Kontext unterscheidet.

Das Berufsbild

Im Wesentlichen kann man zwischen vier verschiedenen Ausprägungen des Berufsbildes eines Community-Managers unterscheiden:

Die vier Berufsbilder haben viele Gemeinsamkeiten. In allen Ausprägungen ist es die Aufgabe des Community Managers für eine gute Atmosphäre in der Community zu sorgen. Mit der Zielgruppe zu interagieren und in Dialog zu treten. Dabei sprechen die Community Manager sowohl für die Community, als auch das Unternehmen und bilden eine Brücke zwischen beiden.

Der Bundesverband Community-Management für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM) beschreibt die Aufgaben eines Community-Managers in der Definition des Berufsbildes mit:

Der Aufgabenschwerpunkt des Community Managers liegt auf dem plattformübergreifenden Dialog mit den Anspruchsgruppen seines Arbeitgebers. Dabei ist dieser für den gesamten Prozess von Auf- und Ausbau über die stetige Aktivierung bis hin zu Beobachtung und Auswertung zuständig. Der Community Manager kann jederzeit beurteilen, wie die Stimmung in der Community ist und welche Themen diese bewegt.“

Gemein haben alle Berufsbilder die Kommunikation mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Hier dient der Community-Manager zum einen als Sprachrohr der jeweiligen Organisation, aber auch als Sprachrohr der Community.

In dieser Rolle dient der Community-Manager auch als interne Schnittstelle zwischen verschiedenen Abteilungen, um Antworten auf aktuelle Fragen aus der Community zu erhalten. Aber auch umgekehrt läuft der Informationsfluss. Welche Anregungen und Verbesserungen wurden aus der Community herangetragen und können intern genutzt werden?

Der Community-Manager schafft dadurch einen Mehrwert für die Kunden und User der Community. Aber auch intern für das Unternehmen und die Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen. Der Community Manager muss beide Anspruchsgruppen verstehen und darf sich nicht auf eine Seite schlagen.

Was macht ein Community Manager?

Community Manager sind die Gestalterinnen und Gestalter, Moderatorinnen und Förderinnen, die für eine lebendige, engagierte und wertschöpfende Community sorgen. Sie unterstützen den Austausch zwischen Mitgliedern, schaffen eine positive Atmosphäre und fungieren als Bindeglied zwischen Community und Organisation.

Ohne einen dedizierten Community Manager fehlt einer Community Orientierung und Koordination. Sie bleibt fragmentiert und unverbunden – selbst wenn die Plattform oder der Kanal technisch einwandfrei funktioniert.

Community Manager sind die oft unsichtbaren Kräfte, die ein lebendiges, engagiertes und wertschöpfendes Ökosystem schaffen. Sie sind Brückenbauer, die Beziehungen fördern, Wissen teilen und ein Gefühl der Zugehörigkeit kultivieren.

Die Facetten der Rolle sind vielfältig: Gastgeber, Moderatorin, Animateurin, Journalistin, Krisenmanagerin, Strategin. Je nach Entwicklungsphase der Community verschieben sich die Schwerpunkte.

Die wichtigsten Aufgaben im Community Management

Die Bandbreite der Aufgaben ist groß:

1. Moderation und Interaktion

Eine der Kernaufgaben ist die Moderation von Diskussionen. Community Manager beantworten Fragen, kommentieren Beiträge, lenken Gespräche in produktive Bahnen und greifen bei Konflikten deeskalierend ein. Sie halten die Netiquette aufrecht und reagieren schnell auf problematische Inhalte.

Es bedeutet jedoch auch den Umgang mit Hate Speech, Trollen und Shitstorms – eine mental anspruchsvolle Aufgabe, die Fingerspitzengefühl und Belastbarkeit erfordert.

2. Beziehungsaufbau und Mitgliederbetreuung

Community Management ist Beziehungsmanagement. Community Manager kennen ihre aktiven Mitglieder, sprechen sie persönlich an, fördern sogenannte Top-Mitglieder und schaffen Raum für Vernetzung. Sie bauen Vertrauen auf – durch Kontinuität, Verlässlichkeit und echtes Interesse.

Besonders wichtig: das Onboarding neuer Mitglieder. Wer neu in eine Community kommt, braucht Orientierung. Ein durchdachter Willkommensprozess entscheidet darüber, ob neue Mitglieder aktiv bleiben oder wieder verschwinden.

3. Content-Erstellung und Themenplanung

Community Manager erstellen eigene Inhalte, kuratieren externe Beiträge und initiieren Themen, die relevant und diskussionswürdig sind. Sie setzen Impulse, stellen Fragen, teilen Ressourcen – und sorgen dafür, dass die Community auch in ruhigeren Phasen lebendig bleibt.

Dafür brauchen sie einen Themen- und Aktivitätenplan: eine strukturierte Übersicht, welche Inhalte wann und in welchem Format veröffentlicht werden.

4. Veranstaltungen und Events

Events – ob online oder offline – stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern persönliche Verbindungen. Community Manager planen, organisieren und moderieren Webinare, virtuelle Treffen, Workshops oder Präsenzveranstaltungen. Sie sorgen dafür, dass alle Mitglieder eingebunden werden und dass Ergebnisse im Nachgang geteilt werden.

5. Monitoring, Analyse und Reporting

Community Manager beobachten kontinuierlich, was in ihrer Community passiert. Sie analysieren Engagement-Metriken, Stimmungsverläufe und die Aktivität einzelner Mitglieder. Auf Basis dieser Daten leiten sie Maßnahmen ab und kommunizieren Erkenntnisse an Stakeholder und Führungskräfte.

Wer den Wert einer Community nicht sichtbar machen kann, verliert Ressourcen und Unterstützung.

6. Krisenmanagement

Ob Shitstorm, Datenpanne, Produktrückruf oder interner Konflikt: Community Manager sind oft die ersten Ansprechpartner:innene. Sie brauchen einen Krisenkommunikationsplan, klare Eskalationswege und die Fähigkeit, besonnen zu reagieren, wenn es hitzig wird.

7. Strategie und Stakeholdermanagement

Besonders in reifen Communities und internen Kontexten übernehmen Community Manager strategische Verantwortung. Sie entwickeln Community-Ziele, stimmen diese mit Unternehmenszielen ab, kommunizieren Mehrwert intern und koordinieren die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen – HR, IT, Marketing, Unternehmenskommunikation.

Welche Kompetenzen braucht ein Community Manager?

Community Management erfordert ein sehr breites Kompetenzprofil. Die wichtigsten Fähigkeiten im Überblick:

  • Kommunikation: klar, zielgruppengerecht, auch in schwierigen Situationen professionell
  • Moderation und Konfliktmanagement: Diskussionen leiten, vermitteln, deeskalieren
  • Empathie und emotionale Intelligenz: Stimmungen lesen, Menschen verstehen, Vertrauen aufbauen
  • Strategisches Denken: Ziele definieren, Maßnahmen planen, Ergebnisse auswerten
  • Kreativität und Storytelling: ansprechende Inhalte und Formate entwickeln
  • Analytische Kompetenz: Metriken interpretieren und Handlungsempfehlungen ableiten
  • Technisches Verständnis: Plattformfunktionen kennen, mit IT kommunizieren
  • Resilienz und Selbstfürsorge: mit Kritik und Belastung umgehen, Grenzen setzen
  • Organisationstalent: Projekte, Events und laufende Aufgaben koordinieren
  • Rechtliches Grundwissen: DSGVO, Urheberrecht, Haftung bei nutzergenerierten Inhalten

Neben Toolset (technisches Handwerkszeug), Skillset (erlernbare Fähigkeiten) und Mindset (innere Haltung) brauchen Community Manager ein viertes Element: das Relationship-Set – die Fähigkeit, authentische Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und zu vertiefen. Denn Community Management ist Beziehungsarbeit.

Die Kompetenzen eines Community Managers im Überblick

Der Community Roundtable hat eine Übersicht der Fähigkeiten eines Community Managers erstellt. Diese sind aufgeteilt in fünf Kategorien:

  • Engagement Fähigkeiten – Fähigkeiten zur Aktivierung der Nutzer:innen
  • Strategische Fähigkeiten – Strategieentwicklung
  • Business – Unternehmerische Fähigkeiten
  • Content Fähigkeiten – in der Erstellung, Planung und Veröffentlichung von Inhalten
  • Technische Fähigkeiten – Gestaltung der technischen Infrastruktur
The Community Roundtable: Aufgaben eines Community Managers (Deutsche Übersetzung Tanja Laub)

Jeder dieser Bereiche ist wiederum in 10 unterschiedliche Aufgaben untergliedert:

Fähigkeiten in der Nutzer-Aktivierung

  • Verhaltensänderung & Marketing
  • Mitgliederansprache und Fürsprache
  • Neue Mitglieder begrüßen & integrieren
  • Neue Mitglieder gewinnen
  • Aktives Netzwerken & Vernetzen
  • Empathie & Unterstützung von Mitgliedern
  • Fördern produktiver Verhaltensweisen
  • Moderation & Konfliktlösung
  • Reaktion und Eskalation
  • Aktives Zuhören & Verstehen

Strategische Fähigkeiten

  • Strategieentwicklung & Konzeption
  • Roadmap-Entwicklung
  • Regeln & Richtlinien, Governance
  • Bedarfs- & Wettbewerbsanalyse
  • KPI-Messung, Benchmarking & Reporting
  • Trendforschung & Analyse
  • Beratung
  • Mentoring & Coaching für Führungskräfte
  • Entwicklung von Content-Strategien
  • Evaluierung von Engagement-Techniken

Business Fähigkeiten

  • Portfolio- & Projektmanagement
  • Entwicklung von Geschäftsmodellen
  • Budget- und Finanzmanagement
  • Recruiting & Team-Führung
  • Dienstleister-Auswahl & Management 
  • Überzeugen & Begeistern
  • Community Fürsprache & Marketing
  • Trainingskonzeption u. Umsetzung
  • Stakeholdermanagement
  • Governance Management

Content Fähigkeiten

  • Kommunikationsplanung 
  • Schreiben
  • Grafik & Design
  • Multimedia-Produktion
  • Storytelling
  • Redaktion
  • Content Kuratierung
  • Programm- & Eventmanagement
  • Taxonomie- & Tagging Management
  • SEO, SEA / interne Suchoptimierung

Technische Fähigkeiten

  • Systemadministration & -konfiguration
  • Datenerhebung & -analyse
  • Tool-Evaluation & Empfehlungen
  • Technische Unterstützung
  • Datenbank Management
  • Plattformarchitektur & -integration
  • Fehlersuche & -behebung
  • Software- & Anwendungsentwicklung
  • UX & Design
  • Algorithmusentwicklung & -auswertung

Der Bundesverband Community Management hat für das Berufsbild sechs Aufgaben definiert:

  • Dialog- und Schnittstellenfunktion
  • Community-Building
  • Community Engagement
  • Community Support
  • Monitoring & Reporting
  • Führung des Community Teams

Wie entwickelt sich die Rolle über die Zeit?

In der Anfangsphase einer Community übernimmt der Community Manager nahezu alles selbst: Strategie entwickeln, Kerngruppe aufbauen, Mitglieder einladen, Inhalte erstellen, Diskussionen moderieren, Events organisieren. Die operative Arbeit dominiert.

Mit zunehmender Größe und Reife der Community verändert sich der Fokus. Mitglieder übernehmen mehr Verantwortung. Der Community Manager kann sich stärker strategischen Aufgaben widmen: Onboarding optimieren, andere Abteilungen einbinden, den Wert der Community nach außen und innen kommunizieren.

In sehr großen, reifen Communities differenzieren sich die Rollen weiter aus: Ein Moderationsteam, ein Event Manager, ein Content Creator. In manchen Unternehmen gibt es mittlerweile sogar die Position des Chief Community Officers auf C-Level-Ebene.

Auch wenn große Gemeinsamkeiten in den Aufgaben bestehen – das Berufsbild unterscheidet sich je nach Ausprägung und Art der Community erheblich. Schauen wir uns die vier Ausprägungen näher an.

Die verschiedenen Rollenausprägungen

Die Aufgaben eines Community Managers unterscheiden sich erheblich je nachdem, in welchem Kontext die Rolle ausgeübt wird. Vier Hauptausprägungen lassen sich unterscheiden.

Der Krisenerprobte: Community Manager in sozialen Netzwerken

Diese Rolle ist am weitesten verbreitet . Community Manager in sozialen Netzwerken kommunizieren über Unternehmensprofile, moderieren Kommentarspalten, reagieren auf Feedback und Beschwerden und beobachten, wie sich die Stimmung entwickelt.

Als Moderatoren interagieren sie direkt mit der Zielgruppe, beantworten Fragen, unterstützen bei Problemen, achten auf die Einhaltung der Netiquette und sprechen wenn notwendig Verwarnungen aus. In hitzigen Situationen beruhigen Community Manager die Lage und führen zu einer sachlichen Debatte zurück. Trolle müssen in die Schranken gewiesen, Nutzerinnen zur Interaktion animiert werden.

Im Unterschied zum Community Manager einer unternehmenseigenen Plattform ist die Dynamik in einem sozialen Netzwerk rasanter. Je nach Postingfrequenz wechseln die Themen täglich, wenn nicht stündlich. Die Diskussionen werden immer wieder neu unter dem jeweils aktuellen Posting gestartet.

Die Aufgaben variieren je nachdem, auf welchem sozialen Netzwerk das Unternehmen aktiv ist – sei es Facebook, Instagram, LinkedIn, YouTube, TikTok oder anderen Kanälen. Bei Facebook und LinkedIn macht es zudem einen Unterschied, ob eine Fanpage oder eine Facebook-Gruppe betreut wird.

Herausforderungen: hohe Geschwindigkeit, geringe Kontrolle über die Plattform, Risiko von Shitstorms, mentale Belastung durch Hate Speech. Der Unterschied zu Social Media Management liegt im Fokus: Social Media Manager verantworten Inhaltsstrategie und Reichweite; Community Manager verantworten Interaktion und Beziehung.

Virale Effekte und Krisenkommunikation

Gerade auf Facebook können Themen durch den viralen Netzwerkeffekt schnell eine hohe Reichweite erlangen. Diskussionen schaukeln sich hoch und verbreiten sich dadurch noch weiter und schneller. Hier ist es Aufgabe des Community Managers, die Situation unter Kontrolle zu halten und bei Bedarf interne Krisenprozesse anzustoßen. In dieser Krisenkommunikation steht der Community Manager an vorderster Front.

Nicht immer werden diese Situationen durch eine unmittelbare Aktion des Unternehmens ausgelöst. Auch Medienberichte oder Produktprobleme können zu Krisensituationen führen. Egal welche Organisation – eine solche Situation werden die meisten Community Manager erleben.

Die Aufgabenschwerpunkte und die Dynamik im täglichen Job hängen von der jeweiligen Unternehmensausrichtung ab. Medienunternehmen veröffentlichen täglich sehr viele Postings und haben häufig mit Hate Speech zu kämpfen. Bei Service- und Handelsunternehmen stehen Supportthemen im Vordergrund.

Community Manager vs. Social Media Manager

Der Community Manager verantwortet die Interaktion und den Dialog mit dem User. Aufgabe des Social Media Managers ist die strategische Ausrichtung des Unternehmens in den sozialen Netzwerken – zum Beispiel, welche Kanäle bespielt werden.

Community ManagerSocial Media Manager
FokusInteraktion, Dialog, BeziehungStrategie, Reichweite, Marke
KernaufgabeModeration, Mitgliederbetreuung, KrisenmanagementKanal-Strategie, Content-Planung, Kampagnen
FeedbackDirekte Stimme der Community ins UnternehmenStrategische Auswertung für künftige Planung
GemeinsamkeitenInterne Schnittstelle zu anderen Abteilungen, gemeinsame Kampagnenentwicklung

Viele Unternehmen sind mit der Unterscheidung der Berufsbilder nicht vertraut. Viele Social Media Manager arbeiten eigentlich als Community Manager – sind sich dessen aber nicht wirklich bewusst. Auch Stellenausschreibungen werden häufig falsch konzipiert.

Der Allrounder: Community Manager für externe Zielgruppen auf eigenen Plattformen

Die Aufgaben lassen sich in zwei große Bereiche unterteilen: strategische und operative Aufgaben.

Die operativen Aufgaben im Bereich User-Kommunikation sind mit denen des Community Managers für soziale Netzwerke vergleichbar. Interaktion mit den Usern, Förderung von Engagement und Dialog, Schlichtung von Streitigkeiten, Umgang mit Trollen und Moderation gehören ebenso zum Aufgabenspektrum.

Engere Bindung der Community-Mitglieder

Diskussionen verlaufen jedoch anders. Themen werden meist über einen längeren Zeitraum in Forensträngen und Diskussionsposts behandelt. Virale Effekte, durch die Mitglieder außerhalb der Community direkt erreicht werden, gibt es nicht. Einzelne Diskussionsstränge können sich über Monate oder gar Jahre hinziehen – der Informationsgehalt geht daher mehr in die Tiefe.

Die Community Manager treten hier mit eigenem Namen und Profil auf, was persönlichere Verbindungen ermöglicht.

Um die Stimmung einschätzen zu können und Streitigkeiten vorzubeugen, muss der Community Manager die Historie seiner User und dahinterliegende Storys genau kennen: Welche User sind miteinander befreundet? Wo gibt es Cliquen-Denken? Welche User fühlen sich als würde die Community ihnen gehören? Welche wurden bereits verwarnt?

Content-Management statt Content-Erstellung im Fokus

Der Content unternehmenseigener Communities kommt zum größten Teil direkt von den Usern. Aufgabe des Community Managers ist daher nicht die Content-Erstellung, sondern das Content-Management: Wie werden Userbeiträge strukturiert und kategorisiert? Wie wird der Content an welcher Stelle ausgespielt?

Beta-Phase, Onboarding und Gamification

In der Beta-Phase, vor dem offiziellen Start der Community ist es Aufgabe des Community Managers, diese mit ausgewählten Usern zu organisieren und die Learnings in die weitere Entwicklung einfließen zu lassen.

Mittels einer Onboarding-Strategie definiert der Community Manager, wie der Registrierungsprozess abläuft und wie neue Mitglieder empfangen werden. Durch Community-Aktionen, Gamification-Maßnahmen und Offline-Events werden User zur Interaktion ermuntert und die Bindung gestärkt. Auch die Betreuung von ehrenamtlichen User-Moderatoren gehört zum Aufgabenspektrum.

Strategische Aufgaben

Bevor eine unternehmenseigene Community an den Start geht, muss ein Konzept entwickelt werden: Was ist das Ziel? Welche User sollen angesprochen werden? Auf welcher technischen Basis läuft die Community? Aufgabe des Community Managers ist es, in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen all diese Fragen zu beantworten und die Community-Strategie zu entwickeln.

Ist die strategische Ausrichtung festgelegt, müssen technische Funktionen und Tools definiert werden. In Zusammenarbeit mit Design und UX steht dann die Erstellung der Layouts an. Auch Marketing- und Mediaplanung sowie Budgetkontrolle und Teamleitung können zum Berufsbild gehören.

Der Community Manager einer unternehmenseigenen Plattform ist gleichzeitig Projekt- und Produktmanager der Community. Hierfür benötigt er neben den normalen Kenntnissen eines Community Managers zusätzlich Basiswissen in den Bereichen BWL, Marketing, Mediaplanung, Konzeption, Strategie, SEO und Usability.

Der Gastgeber: Community Manager für Offline-Communities

Nicht alle Communities sind digital. Viele Communities treffen sich regelmässig persönlich – oder kombinieren Online- und Offline-Formate. Community Manager für Offline-Communities sind in erster Linie Gastgeber, Organisatoren und Netzwerker.

Zu den Kernaufgaben gehören die Planung und Moderation verschiedener Veranstaltungsformate: von regelmässigen Stammtischen über Workshops bis zu Konferenzen. Community Manager sorgen für eine einladende Atmosphäre, begrüssen neue Mitglieder, stellen Verbindungen her und moderieren Diskussionen – mit besonderem Augenmerk darauf, auch stillere Mitglieder zu aktivieren.

Auch digitale Tools spielen eine wichtige Rolle: zwischen den Treffen kommunizieren Offline Community Manager über Newsletter, Messaging-Tools oder einfache Gruppen. Sie fungieren als Brücke zwischen dem persönlichen Austausch und der digitalen Kontinuität.

In der Praxis ist die Trennung zwischen Online und Offline Community Management oft fliessend – im Idealfall verbinden Communities beide Welten.

Der Stratege: Interne Community Manager (Corporate Community Manager)

Interne Community Manager sind in Unternehmen tätig und bauen Communities für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf. Sie agieren als Change Agents: Sie fördern Wissensaustausch, brechen Silodenken auf und begleiten Transformationsprozesse.

Ihre Rolle hat große Überschneidungen mit denen Community Managers auf einer eigenen Plattform: Entwicklung der Community-Strategie, Kommunikation mit der Zielgruppe sowie Auswahl und Entwicklung der technischen Plattform sind die Haupttätigkeitsfelder.

Diese Rolle ist jedoch strategischer als andere Ausprägungen. Interne Community Manager arbeiten eng mit HR, Unternehmenskommunikation und dem Top-Management zusammen. Sie bringen die Community-Perspektive in strategische Entscheidungen ein und müssen den Wert ihrer Arbeit kontinuierlich belegen.

Der Community Manager wirbt in verschiedenen Abteilungen für die Community, motiviert Mitarbeitende zur Teilnahme und ist Ansprechpartner bei Fragen rund um technische Funktionen der Plattform.

Die Community unterstützt dabei den Transformationsprozess des Unternehmens: Interne Silos werden aufgebrochen, interne Potenziale besser genutzt. Vorteile sind neben einer effizienteren Arbeitsweise auch eine geringere Mitarbeiterfluktuation.

Der Community Manager liefert dem Management Argumente für die Nutzung der Community und schafft Verständnis innerhalb der Belegschaft. Die größte Herausforderung: die Mitarbeitenden zu motivieren, teilzuhaben, und Ängste abzubauen. Die Mitarbeitenden müssen das Gefühl haben, in der Community frei sprechen zu können – ohne Auswirkungen auf ihren Job befürchten zu müssen, wenn sie mal etwas kritisieren.

In großen Konzernen besteht die zusätzliche Schwierigkeit, Mitarbeitende über verschiedene Standorte und Kulturen hinweg zu vernetzen.

Bosch führte als erstes Unternehmen in Deutschland die Position des Corporate Community Managers als Vollzeitstelle ein. Heute hat sich das Berufsbild in vielen größeren Unternehmen etabliert – mit klaren Stellenbeschreibungen und Kompetenzprofilen.

Wie wird man Community Manager?

Community Management ist ein vergleichsweise junges Berufsfeld – ein klassischer Studiengang existiert (noch) nicht. In der Praxis kommen Community Manager aus sehr unterschiedlichen Richtungen: Kommunikation, Marketing, HR, Journalismus, Sozialarbeit oder auch aus der Community selbst.

Entscheidend sind weniger formale Abschlüsse als praktische Erfahrung, Lernbereitschaft und ein tiefes Verständnis für Menschen und Gruppendynamiken. Zertifizierungen und Weiterbildungen im Community Management ergänzen das Profil – insbesondere dann, wenn der Einstieg aus einem anderen Berufsfeld erfolgt.

Empfehlenswert ist außerdem die aktive Teilnahme an Community-Management-Netzwerken und Branchenevents. Der Austausch mit erfahrenen Community Managerinnen und Managern ist eine der wertvollsten Lernquellen.

Was verdient ein Community-Manager? Antworten auf alle Fragen zum Gehalt, der Aus- und Weiterbildung eines Community-Managers.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was macht ein Community Manager konkret?

Ein Community Manager moderiert Diskussionen, pflegt Mitgliederbeziehungen, erstellt und kuratiert Inhalte, organisiert Events, analysiert Community-Aktivitäten und kommuniziert Erkenntnisse an Stakeholder. Je nach Kontext liegt der Schwerpunkt auf operativen oder strategischen Aufgaben.

Was ist der Unterschied zwischen Community Manager und Social Media Manager?

Social Media Manager verantworten Inhaltsstrategie, Reichweite und Markenauftritt in sozialen Netzwerken. Community Manager konzentrieren sich auf Interaktion, Beziehungsaufbau und Mitgliederengagement. Beide Rollen können sich überschneiden, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.

Welche Kompetenzen braucht ein Community Manager?

Kommunikationsstärke, Empathie, Moderationskompetenz, strategisches Denken, Kreativität, analytische Fähigkeiten, technisches Grundverständnis und Resilienz. Dazu kommt ein starkes Relationship-Set: die Fähigkeit, authentische Beziehungen aufzubauen.

Was verdient ein Community Manager?

Das Gehalt hängt stark von Kontext, Erfahrung und Unternehmensgröße ab. Einsteiger starten bei ca. 25.000–35.000 €, erfahrene Community Manager in strategischen Positionen können deutlich mehr verdienen. Details im Artikel zu Gehalt im Community Management.

Gibt es einen Studiengang für Community Management?

Einen eigenständigen Studiengang gibt es bisher nicht. Community Manager kommen aus verschiedenen Bereichen – Kommunikation, Marketing, HR – und ergänzen ihr Profil durch Weiterbildungen, Zertifizierungen und praktische Erfahrung.

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