30 Community Building im Mittelstand – Vertrauen statt  Verkaufspitch | Jan Ohrmann

von | 17. März 2026 | Einhorn und Glitzer

Zuletzt geändert am 26. Juni 2026

„Ich glaube, dass das ganze Thema Community Management im Endeffekt unterm Strich Angstabbau ist. Chancen erkennen, offen sein, darauf zugehen.“

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Shownotes

Takeaways

Jan Ohrmann ist Marketing Director bei der Ness Wärmetechnik GmbH und arbeitet in einer Branche, in der Community Management noch weitgehend unbekannt ist. Er hat trotzdem damit angefangen. Nicht mit einer eigenen Plattform oder einer klassischen Online-Community, sondern mit dem Aufbau eines Community-Gefühls in seiner Branche. Wie das aussieht und was andere Mittelständler davon lernen können, erzählt er in dieser Folge.

Community Management ist im Mittelstand kein neues Konzept, nur hat es lange niemand so genannt. Kundenbindung war schon immer ein Kernthema mittelständischer Unternehmen. Jan sieht Community Management als konsequente Weiterentwicklung davon: Marketing und Kommunikation öffnen, andere Bereiche daran teilhaben lassen und abteilungsübergreifend denken.

Die größten Stolpersteine sind dabei nicht technischer Natur. Es geht darum, Silos aufzubrechen. Produktmanagement, Vertrieb und Marketing müssen zusammenarbeiten, und das erfordert intern Vertrauen, das nicht von heute auf morgen entsteht. 

Für Jan war das Weiterbildungsseminar seines Unternehmens ein entscheidender Moment. Es hat gezeigt, wie viel eine ganzheitliche Kundenbetreuung leisten kann, die weit über klassische Lead-Generierung hinausgeht.

Andere in den Mittelpunkt stellen, statt eigenem Stand auf der Leitmesse

Ness Wärmetechnik war jahrelang mit einem eigenen Stand auf der Branchen-Leitmesse vertreten. Doch das sollte sich ändern. Kein Stand mehr, sondern Gespräche mit anderen Unternehmen und diese in den Mittelpunkt stellen.

Der Gedanke dahinter ist pragmatisch. Als Anlagenbauer verbaut Ness Wärmetechnik Komponenten unterschiedlicher Hersteller. Wenn Jan über deren Expertise spricht, profitieren alle davon. Gemeinsam entsteht ein Kommunikationspaket, das der gesamten Branche Mehrwert bietet.

Ein konkretes Beispiel: die Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd. Für Jan eine seiner liebsten Erfolgsgeschichten. Zwei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Kulturen, die sich gegenseitig befruchtet haben und eine belastbare Basis aufgebaut haben. Was daraus folgte: Andere wollten Teil davon sein. Jan beschreibt es so, dass eine Community-Vision eine Strahlkraft entwickelt, die andere anzieht, ohne dass man aktiv werben muss.

Community ist keine Marketingplattform

Eine Community funktioniert nur auf Basis von Vertrauen. Das bedeutet konkret: Keine schnelle Lead-Generierung, kein direkter Verkauf im Vordergrund. Jan nennt das den Fairness-Faktor. Mehrwert muss für alle entstehen, nicht nur für das eigene Unternehmen.

Bei Ness Wärmetechnik gibt es Communities, die mit Sales überhaupt nichts zu tun haben. Experten tauschen sich über aktuelle Themen und Gesetzgebungen aus. Kein Pitch, kein Funnel. Einfach Austausch.

Das klingt für viele Unternehmen zunächst abstrakt, besonders im B2B-Bereich, wo Kommunikation oft stark auf fachliche Inhalte und Produkte fokussiert. Jan sieht darin das zentrale Missverständnis: Community Management dreht sich um Menschen, Einstellungen und Werte. Nicht um Produkte. Wer das versteht, verändert etwas Grundlegendes im gesamten Unternehmen: Marketing hört auf eine Randerscheinung zu sein und wird zur partnerschaftlichen Abteilung.

Einfach anfangen, und mutiger werden

Jan kann aus Erfahrung sprechen: Wer wartet, bis alles perfekt ist, fängt nie an. Und wer sich traut, auf andere zuzugehen wird überrascht sein, was daraus entsteht.

Seine drei Tipps für gutes Community Management: Machen statt reden. Authentisch bleiben, denn wer das nicht ist, fällt schnell auf. Und offen bleiben für Chancen, ohne verkrampft an das Thema heranzugehen.

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