Was ist eine Community? Definition, Merkmale und Typen

von | Community Aufbau, Community Management, Lese-Empfehlungen

Zuletzt geändert am 8. August 2026

Das Wort „Community“ begegnet einem heutzutage überall. Der Begriff ist allgegenwärtig und wird doch häufig missverstanden. Eine Community hier, eine Community da. Jede Marke mit einer Instagram-Seite spricht von ihrer Community. Jedes Unternehmens-Intranet nennt sich Community. Jeder Kurs hat eine Community-Gruppe.

Aber ist das wirklich eine Community? Und warum spielt die Antwort auf diese Frage eine so große Rolle?

In diesem Artikel erfährst Du, was eine Community tatsächlich ausmacht, welche Merkmale sie von einem Publikum, einem Netzwerk oder einem Arbeitsteam unterscheiden und welche Typen von Communities es gibt.

Was ist eine Community? Eine Definition

Ein Publikum ist noch keine Community. Viele Fans, eine große Reichweite, ein Dialog mit den Nutzern machen noch keine Community.

Die einfachste Definition lautet:

Eine Community ist eine Gruppe von Menschen, die sich basierend auf einem gemeinsamen Interesse zusammenfinden und austauschen.

Diese weitgefasste Definition ist ein guter Ausgangspunkt – aber zu unscharf, um als Grundlage für den gezielten Aufbau einer Community zu dienen. Sie umfasst zu viel: von losen Interessengruppen bis zu hochengagierten Fach-Communities.

Für den strategischen Aufbau einer Community ist eine präzisere Beschreibung hilfreicher:

Eine Community ist eine Gruppe von Menschen mit den gleichen starken gemeinsamen Interessen, Werten und Erfahrungen, die sich regelmäßig on- oder offline treffen, Erfahrungen austauschen und Aktivitäten unternehmen, um etwas zu erreichen, das einem geteilten Zweck dient.

Diese engere Definition erlaubt es, gezielt zu arbeiten: Wer versteht, was eine echte Community auszeichnet, kann die richtigen Strategien wählen – und muss nicht feststellen, dass Massnahmen für ein Publikum nicht für eine Community funktionieren.

Bei Fragen zur Definition oder zum Aufbau einer Community werfe einen Blick auf meine Workshops und Beratungsangebote oder kontaktiere mich direkt.

Die fünf Schlüsselelemente einer Community

Nicht jede Gruppe von Menschen ist eine Community. Fünf Elemente machen den Unterschied:

1 eins

Starke gemeinsame Interessen, Werte oder Erfahrungen

Das verbindende Element ist mehr als eine flüchtige Gemeinsamkeit. Nur weil ich Sportschuhe besitze, möchte ich mich nicht einer Lauf-Community anschließen. Es braucht ein tiefes Interesse, das Austausch und Verbindung trägt.

Je stärker und spezifischer das gemeinsame Element, desto wahrscheinlicher ist echtes Engagement.

2 zwei

Regelmässige Interaktion

Ein gelegentliches Treffen oder ein jährliches Großevent sind kein Fundament für eine Community. Gemeinschaft entsteht durch kontinuierlichen Austausch – ob täglich, wöchentlich oder monatlich. Nicht durch ein einmaliges Ereignis.

Nur durch regelmässige Interaktion entstehen gemeinsame Geschichte, gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinschaftliche Identität.

3 drei

Wissensaustausch und gemeinsame Aktivitäten

In einer Community geht es nicht primär darum, Informationen zu konsumieren. Mitglieder teilen Erfahrungen, helfen sich gegenseitig weiter und unternehmen etwas gemeinsam. Der Austausch selbst ist der Kern.

4 vier

Gemeinsamer Zweck

Eine Community verfolgt ein Ziel, das über das individuelle Interesse einzelner hinausgeht. Dieser übergeordnete Zweck gibt der Community Richtung, Sinn und Motivation. Er muss nicht gross oder weltverändernd sein – er muss für die Mitglieder persönliche Relevanz haben.

5 fünf

Eigenständige Identität

Eine Community entwickelt eine eigene Kultur, eigene Normen und ein Zugehörigkeitsgefühl. Sie ist keine Verlängerung einer Marke oder Person – sie hat ein Leben, das unabhängig von ihrer Gründung existiert. Das zeigt sich darin, dass Communities oft überleben, wenn ihre Gründerinnen oder Gründer die Szene verlassen.

Community vs. Publikum: Ein wichtiger Unterschied

Der häufigste Fehler ist ein Publikum mit einer Community zu verwechseln.

Ein Publikum konsumiert die Inhalte einer Person oder Marke: Followerinnen auf Instagram, Zuhörerinnen eines Podcasts, Besucherinnen einer Website – das sind zunächst Publikumsgruppen. Sie interagieren mit dem Sender, aber kaum miteinander.

Eine Community unterscheidet sich fundamental: Die Verbindungen laufen nicht nur von der Marke zu den Mitgliedern, sondern zwischen den Mitgliedern untereinander. Mitglieder helfen sich gegenseitig, kennen sich und identifizieren sich mit der Gruppe.

Denke an ein Konzert: Das Publikum geniesst die Musik und geht anschliessend nach Hause. Die Hardcore-Fans, die sich untereinander kennen, gemeinsam Touren planen und ein Forum füllen – das ist die Community.

Beide Modelle – Publikum und Community – sind legitime Strategien. Entscheidend ist, sich bewusst zu entscheiden, was man aufbauen möchte, und die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen.

Bei einem Publikum geht es in erster Linie um die Beziehung von einer Person oder Organisation zu vielen. Das Publikum hat einen Fixpunkt: eine Marke, ein Unternehmen oder eine Person. Es lebt und fällt mit diesem einen Fokus. Alle richten die Aufmerksamkeit gemeinschaftlich auf diesen Fixpunkt, hören und sehen zu. Aber es existiert meist kein Gemeinschaftsgefühl, keine gemeinsame Identität mit den anderen Personen aus dem Publikum. Das Publikum konsumiert die Inhalte unabhängig voneinander. Fällt der Fixpunkt weg, dann ist auch das Publikum weg.

Das Interesse des Publikums ist flüchtig und muss immer wieder neu aktiviert werden. Der Fixpunkt versendet konstant Botschaften und wirbt, um im Gedächtnis zu bleiben. Beim Aufbau eines Publikums geht es um Reichweite und Vergrößerung der Publikumszahl. Die Ansprache des Publikums ist unpersönlich.

Das Publikum interessiert sich für die Inhalte und hört zu. Die Community geht einen Schritt weiter. Die Mitglieder der Community interagieren miteinander und mit den Inhalten. Ein Publikum will unterhalten werden. Wenn die Community die kritische Masse erreicht hat, unterhält sie sich selbst, engagiert sich und entwickelt sich weiter. Eine Community verleiht einer gesichtslosen Marke durch die Mitglieder Persönlichkeit.

An einer Community nehmen Nutzer:innen aktiv teil. Sie suchen von sich aus den Weg in die Community, anstatt dass ihnen die Inhalte passiv zugespielt werden. Die Mitglieder sind intrinsisch motiviert, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Community fokussiert nicht auf die Masse eines Publikums, sondern auf den Einzelnen. Das Individuum steht im Vordergrund. Dies zeigt sich in einer persönlichen Ansprache und in der Förderung der Beiträge einzelner Mitglieder. Die Nutzer:innen nehmen nicht nur teil, sondern bringen sich aktiv mit ein.

„Der Unterschied zwischen einem Publikum und einer Community ist, in welche Richtung die Stühle zeigen“. – Chris Brogan

Ein Publikum kann sich die Organisation kaufen — durch Werbeanzeigen oder Konzerttickets. Eine Community muss sich die Organisation verdienen. Sie kann sie sich nicht kaufen. Sie entwickelt sie gemeinsam mit den Mitgliedern.

Ein Publikum ist keine Community. Aber aus Teilen des Publikums kann sich eine Community entwickeln. 

Wie so etwas in der Praxis aussieht, habe ich am eigenen Beispiel aufgeschrieben: Mit den Toten Hosen um die Welt

Community vs. Netzwerk

Ein Netzwerk ist ein loser, aber dynamischer Zusammenschluss von Personen. Ein Netzwerk gibt den Teilnehmenden Zugänge zu Wissen, Kontakten und Gleichgesinnten. In einem Netzwerk finden Personen Hilfe und Unterstützung von Menschen, die an ähnlichen Themen interessiert sind. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass an einem Thema gemeinschaftlich gearbeitet wird oder die enge Verbundenheit wie in einer Community gegeben ist.

Harald Schirmer spricht von einem Netzwerk, wenn eine größere Zahl von Menschen an einem Ziel oder einer Vision interessiert ist — ohne die tiefe gegenseitige Bindung, die eine Community auszeichnet: Komplexe Aufgaben im Netzwerk lösen – Grundlagen 

Community vs. Arbeitsteam

Auch Arbeitsteams werden manchmal als Communities bezeichnet. Der Unterschied liegt in der Freiwilligkeit und im Zweck.

Ein Arbeitsteam ist formal strukturiert, mit definierten Rollen, Zielen und Hierarchien. Die Mitgliedschaft ist nicht freiwillig – sie ergibt sich aus der Organisationsstruktur. Der Fokus liegt auf der Erledigung spezifischer Aufgaben.

Eine Community hingegen baut auf freiwilligem Engagement auf. Mitglieder beteiligen sich, weil sie einen persönlichen Mehrwert sehen: Nicht, weil es ihre Stellenbeschreibung verlangt.

Community Management für ein Publikum oder in einem Netzwerk

Auch in einem Publikum oder einem Netzwerk können Elemente des Community Managements genutzt werden. Ein Dialog auf Augenhöhe und eine gute Moderation steigern die Interaktion mit den Nutzer:innen. Egal ob es sich um eine Community, ein Publikum oder ein Netzwerk handelt. Gutes Community Management ist nie fehl am Platz. 

Benötigst Du Unterstützung beim Community Management? Meine Workshops und Beratungsangebote können Dir helfen. Kontaktiere mich für weitere Informationen.

Eine technische Plattform ist keine Community

Oft wird auch die technische Plattform als Community bezeichnet. Doch eine Plattform ist nur eben das – sie bietet einen Ort, an dem sich die Community zusammenfinden kann. Dies kann eine technische Plattform sein. Muss aber nicht.

Wenn von Plattformen und Communities die Rede ist, denken viele sofort an Foren. Aufgrund ihrer Struktur und alten Anmutungen werden Foren oft belächelt. Doch Foren sind unter anderem der Ort, an dem sich die Mitglieder austauschen und Beziehungen miteinander aufbauen. Heutige Community-Softwarelösungen bieten zusätzlich zu den Foren viele weitere Funktionen und Tools zur Interaktion.

Eine Community ist ….

  • …. kein Marketing- oder Saleskanal
  • …. nicht die Kommentarspalte
  • …. nicht das eine Event
  • …. sind nicht die Follower 
  • … nicht geeignet zur Erreichung kurzfristiger Ziele 

Welche Typen von Communities gibt es?

Communities existieren in sehr unterschiedlichen Kontexten. Für Unternehmen und Organisationen sind vor allem diese Typen relevant:

Externe Communities

Externe Communities verbinden Unternehmen mit Kunden, Partnern oder einer themenaffinen Zielgruppe. Ziele sind häufig Kundenbindung, Peer-to-Peer-Support, Produktfeedback und Markenloyalität.

  • Kunden-Communities (B2C): Mitglieder tauschen sich zu Produkten aus und unterstützen sich gegenseitig. Das Unternehmen erhält dadurch wichtige Insights
  • B2B-Communities: Partner, Reseller oder Fachleute vernetzen sich und profitieren von geteiltem Wissen
  • Gemeinwohlorientierte Communities: NGOs, Initiativen und Non-Profits, die um eine gemeinsame Mission organisiert sind

Interne Communities

Interne Communities verbinden Mitarbeitende eines Unternehmens. Sie fördern Wissenstransfer, brechen Silodenken auf und stärken die Unternehmenskultur.

  • Communities of Practice: Expertinnen und Experten aus verschiedenen Abteilungen tauschen Fachwissen aus. Mehr zum Thema: Communities of Practice
  • Innovations-Communities: Mitarbeitende entwickeln gemeinsam neue Ideen und Ansätze. Mehr zum Thema: Innovations-Communities
  • Ambassador-Communities: interne Champions begleiten den Roll-out neuer Prozesse oder Software

Unabhängig vom Typ gilt: Eine Community entfaltet ihren vollen Wert erst dann, wenn die fünf oben beschriebenen Schlüsselelemente vorhanden sind. Ohne echte Verbindungen, regelmässige Interaktion und einen gemeinsamen Zweck bleibt es bei einem Publikum oder einem Team.

Eine Community hat …

  • … eine gemeinsame Identität
  • … ein Community-Gefühl
  • … ein starkes gemeinsames Interesse
  • … ein Gefühl der Zugehörigkeit
  • … ein gemeinsames Ziel 
  • … eine Verbundenheit
  • … Interaktion und Austausch der Mitglieder miteinander
  • … eine gemeinsame Kultur & Werte 

Communities ermöglichen Organisationen …

  • … den Aufbau einer stärkeren Kundenbindung
  • … neue Ideen für Produkte und Dienstleistungen
  • … Innovationen und Weiterentwicklungen
  • … Loyalität der Mitglieder
  • … Kunden, die zu Botschafter:innen werden

All das zahlt auf die Ziele des Unternehmens ein. Laut CMX Community Industry Report 2024 bestätigen 80 % der Community-Professionals, dass ihre Community positive Auswirkungen auf die Geschäftsziele hat. Mehr dazu im Artikel „Die Vorteile und der Wert einer Online-Community„.

Nutze die Vorteile einer Community für Ihr Unternehmen. Meine Schulungen und Beratungsleistungen unterstützen Dich dabei. Kontaktiere mich für eine unverbindliche Beratung.

Warum lohnt es sich, eine Community aufzubauen?

Unternehmen und Organisationen, die echte Communities aufbauen, profitieren langfristig von einer Reihe von Vorteilen:

  • Tiefere Kundenbindung: Mitglieder, die sich einer Community zugehörig fühlen, sind loyaler als reine Käufer oder Follower
  • Gegenseitige Unterstützung: Mitglieder helfen sich untereinander – und entlasten damit Support und Kundendienst
  • Echter Austausch und Innovation: Communities liefern ungefilterte Einblicke in Bedürfnisse, Probleme und Ideen
  • Widerstandsfähigkeit: Eine starke Community trägt sich teilweise selbst – auch wenn die Gründungsorganisation nicht mehr aktiv ist

Mehr zum Thema Community-Aufbau: Schritt für Schritt zur eigenen Community.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Community einfach erklärt?

Eine Community ist eine Gruppe von Menschen mit starken gemeinsamen Interessen, die sich regelmäßig austauschen, voneinander lernen und gemeinsam einem geteilten Zweck nachgehen. Sie unterscheidet sich von einem Publikum dadurch, dass die Mitglieder nicht nur mit einer Marke oder Organisation, sondern vor allem miteinander in Verbindung stehen.

Was ist der Unterschied zwischen Community und Publikum?

Ein Publikum konsumiert Inhalte passiv — Kommunikation läuft vom Sender zu vielen Empfängern. In einer Community kommunizieren die Mitglieder aktiv miteinander, unterstützen sich gegenseitig und gestalten die Community mit. Der entscheidende Unterschied: In welche Richtung zeigen die Stühle?

Was ist der Unterschied zwischen Community und Netzwerk?

Ein Netzwerk ist ein loser Zusammenschluss von Personen mit ähnlichen Interessen. Eine Community geht tiefer: Es gibt eine gemeinsame Identität, ein Gemeinschaftsgefühl und eine enge Verbundenheit der Mitglieder untereinander.

Ist eine technische Plattform eine Community?

Nein. Eine Plattform ist der Ort, an dem sich eine Community zusammenfinden kann — sie ist nicht die Community selbst. Foren zum Beispiel bilden oft das Herzstück einer Community, sind aber nur das Werkzeug, nicht die Gemeinschaft.

Welche Arten von Communities gibt es?

Unterschieden wird zwischen externen Communities (Kunden, Partner, Fans) und internen Communities (Mitarbeitende, Communities of Practice). Nach Zweck gibt es Support-, Innovations-, Lern-, und Interessens-Communities – und viele weitere.

Was macht eine gute Community aus?

Eine gute Community hat ein starkes verbindendes Interesse, bietet regelmässige Möglichkeiten zur Interaktion, wird aktiv gepflegt, hat eine eigene Kultur und Identität und verfolgt einen gemeinsamen Zweck, der für die Mitglieder persönliche Bedeutung hat.

Was ist Community Management?

Community Management ist die aktive Begleitung einer Community: Moderation, Mitgliederbetreuung, Inhaltsimpulse und Events. Mehr dazu im Artikel: Was ist Community Management?

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