Innovationscommunities: Kollektive Kraft für Veränderung und Wachstum

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Zuletzt geändert am 8. August 2026

Was entsteht, wenn Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, verschiedenen Disziplinen und unterschiedlichem Erfahrungswissen gemeinsam an Herausforderungen arbeiten? Innovation. Nicht zufällig, sondern systematisch ermöglicht.

Innovation ist nicht nur ein Modewort – sie ist der Antrieb, der moderne Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und ganze Branchen revolutionieren kann. Doch wie gelingt es, in einem sich ständig wandelnden Umfeld immer am Puls der Innovation zu bleiben?

Durch den Aufbau einer Innovationscommunity. In diesem Beitrag lernst Du die Vorteile dieser Community-Art kennen und erfährst, wie Du eine solche Community in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation erfolgreich aufbaust.

Für Deine Organisation kann eine Innovations-Community der Schlüssel zu neuen Ideen und Innovationen sein, insbesondere im wissenschaftlichen Kontext. Erfahre, wie diese Communities Expert:innen vereinen und kreative Lösungen auch im Forschungskontext hervorbringen. Nutze die Vorteile kollektiver Innovationskraft für Deine Organisation, Bildungs- oder Forschungseinrichtung.

Was ist eine Innovations-Community? – Definition

Eine Innovations-Community ist eine Gruppe, die gezielt zusammenkommt, um neue Ideen zu entwickeln, Lösungen zu erarbeiten und Wissen aus unterschiedlichen Bereichen zu verbinden. Das Ziel ist kollektive Innovationskraft. Sie bietet eine Plattform für Mitglieder zur gemeinschaftlichen Entwicklung kreativer Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, neueste Forschungserkenntnisse in praxisrelevante Anwendungen zu übersetzen und bestehende Innovationen voranzutreiben.

Innovations-Communities können innerhalb eines Unternehmens entstehen – als interne Ideenschmiede, die Silodenken überwindet – oder organisationsübergreifend, wenn Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Einzelpersonen zusammenarbeiten, um gemeinsam an Zukunftsfragen zu arbeiten.

Innovationscommunities setzen sich häufig aus einer Kombination aus Branchenexperten, Unternehmern, Wissenschaftlern, Behördenmitarbeitenden und politischen Führungskräften zusammen. Manche Unternehmen binden auch ihre Kunden direkt in den Innovationsprozess mit ein. Dies zeigt die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit solcher Communities. Innovationscommunities haben sich in vielen Sektoren etabliert – von der Grundlagenforschung bis zu praktischen Technologien – und sind ein zentraler Baustein für die Förderung von Innovation in einer sich ständig verändernden Welt.

Neben den technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gibt es auch Innovationscommunities, die sich insbesondere auf soziale Fragen und Herausforderungen fokussieren. Diese bringen oft Aktivisten, NGOs und soziale Unternehmer zusammen, um gemeinsam nachhaltige und gesellschaftlich relevante Lösungen zu erarbeiten.

In einer Innovationscommunity werden Ideen ausgetauscht, wissenschaftliche Erkenntnisse geteilt und gemeinsam an Projekten gearbeitet. Durch die Zusammenarbeit von wissenschaftlichen und industriellen Akteuren entstehen Synergien, die den Innovationsprozess beschleunigen und zur Lösung komplexer Probleme beitragen. Das Hauptziel einer Innovationscommunity ist es, diese Synergien zu nutzen, die Innovationsgeschwindigkeit zu steigern und den Wissens- und Technologietransfer zu fördern. 

Eine Innovations-Community zeichnet sich durch Diversität, offenen Austausch und eine klare Innovationsintention aus. Sie schafft Bedingungen, unter denen unerwartete Ideen entstehen können – und Raum, sie zu erproben.

Was unterscheidet eine Innovationscommunity von anderen Communities?

Das Besondere einer Innovationscommunity liegt in ihrer gezielten Ausrichtung auf Innovation und oft auch auf wissenschaftlichem Fortschritt. Jede dieser Communities fokussiert sich klar auf ein bestimmtes Innovationsprojekt oder -thema, wodurch ihr Handeln und ihre Ziele präzise definiert sind.

Was diese Communities darüber hinaus auszeichnet, ist die Rolle jedes einzelnen Mitgliedes als treibende Kraft. In einigen Kontexten könnten solche Mitglieder als “Innovationschampions” bezeichnet werden. Auch der Begriff “Promotoren” ist in der Praxis geläufig. Sie fördern und treiben Innovationen und neue Ideen innerhalb der Community oder Organisation voran. Diese besondere Rolle begünstigt eine enge, oft informelle Zusammenarbeit, die über bloße berufliche oder akademische Verbindungen hinausgeht. Die Mitglieder sehen sich als Teil eines einheitlichen Teams mit einer starken Gruppenidentität, was sie darin bestärkt, Innovationen und wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam voranzutreiben.

Weitere Unterscheidungsmerkmale einer Innovationscommunity:

  • Interdisziplinarität: In dieser Community gibt es Expert:innen nicht nur aus unterschiedlichen Branchen, sondern auch aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen. Dies ermöglicht den Teilnehmer:innen, über den eigenen Fachbereich hinauszudenken.
  • Fokus auf Innovation: Solch eine Community hat immer ein konkretes Innovations- oder Forschungsvorhaben im Blick. Die Mitglieder arbeiten gemeinsam an der Entwicklung neuer Ideen und Lösungen.
  • Förderung des Wissens- und Technologietransfers: Durch den Austausch von Best Practices und Erfahrungen können innovative Ideen rascher in praktische Anwendungen umgesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Innovationscommunity und einer Community of Practice?

Wenn es um Communities geht, die wissenschaftlichen Fortschritt und Innovation fördern, stehen häufig zwei Begriffe im Mittelpunkt: Innovationscommunities und Communities of Practice (CoP). Beide haben ihre eigenen Vorteile, aber es gibt deutliche Unterschiede:

  • Zweck und Zielsetzung: CoPs dienen dem Vertiefen bestehenden Wissens, während Innovationscommunities auf die Generierung neuer Erkenntnisse und Innovationen abzielen.
  • Struktur und Zusammensetzung: CoPs bestehen oft aus Experten eines Fachgebiets, die ihr Wissen vertiefen und teilen möchten. Innovationscommunities zeichnen sich durch ihre interdisziplinäre Zusammensetzung aus und fördern den Austausch zwischen verschiedenen Fachgebieten, was ihnen einen breiteren Ansatz zur Lösung von Herausforderungen ermöglicht.
  • Relevanz für den Wissens- und Technologietransfer: Während CoPs primär Wissen teilen, sind Innovationscommunities darauf ausgerichtet, dieses Wissen in praktische Innovationen umzusetzen.

Trotz Ihrer Unterschiede gibt es auch viele Gemeinsamkeiten und Überschneidungen zwischen Innovationscommunities und CoPs.

Sowohl Innovationscommunities als auch CoPs legen großen Wert auf eine Kultur des kontinuierlichen Lernens. Die Mitglieder beider Communities engagieren sich leidenschaftlich, um sich weiterzuentwickeln und um die bestmöglichen Lösungen oder Erkenntnisse in ihrem jeweiligen Bereich zu erarbeiten. Der Wissensaustausch steht im Zentrum dieser Communities. Sie schaffen Plattformen, auf denen Mitglieder Expertise und Erfahrungen teilen und so kollektiv wachsen können. Unabhängig von ihren spezifischen Zielen und Strukturen sind sowohl Innovationscommunities als auch CoPs auf enge Zusammenarbeit angewiesen, indem sie Austauschräume bilden, in denen Individuen und Gruppen kooperieren, um gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Innovationscommunities können als spezialisierte Formen von CoPs betrachtet werden. Das bedeutet, dass zwar jede Innovationscommunity potenziell als CoP gelten kann, jedoch nicht jede CoP zwangsläufig als Innovationscommunity bezeichnet wird. Der Hauptunterschied liegt in der Ausrichtung: Während sich Innovationscommunities auf das Erzeugen und Umsetzen neuer Ideen konzentrieren, fokussieren sich traditionelle CoPs stärker auf das Vertiefen und Teilen bestehenden Wissens.

Warum eine Innovations-Community für Dein Unternehmen sinnvoll ist

Der Aufbau einer Innovationscommunity kann für der Organisation einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. 

  • Wissensaustausch und Kreativität: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Expert:innen in einer Innovationscommunity fördert den Wissensaustausch und regt kreatives Denken an. Dies kann zu bahnbrechenden Ideen führen, die den Innovationsprozess beschleunigen.
  • Kultur und Netzwerk: Durch den Aufbau einer Innovationscommunity etablierst Du eine Kultur der Innovation und erweiterst gleichzeitig Dein Netzwerk durch den Zuwachs von Experten und Innovationsbegeisterten. Diese Kombination stärkt die Anpassungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit in einem ständig wechselnden Marktumfeld.
  • Steigerung der Innovationskraft: Innerhalb einer Innovationscommunity werden vielfältige Talente und Expertisen zusammengebracht. Die kollektive Intelligenz ermöglicht Lösungen, die weit über das hinausgehen, was ein Einzelner oder eine einzelne Organisation erreichen könnte.
  • Schnelligkeit und Agilität im Innovationsprozess: Innovations-Communities fördern ein agiles Umfeld. Dies bedeutet, dass Ideen und Konzepte schneller validiert und angepasst werden können, wodurch sich die Markteinführungszeit verkürzt. In einem schnelllebigen Marktumfeld kann dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellen.
  • Risikominderung durch gemeinschaftliche Expertise: Da eine Innovationscommunity Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt, kann sie dazu beitragen, potenzielle Schwachstellen oder Risiken in einem Projekt frühzeitig zu identifizieren. Ein interdisziplinärer Ansatz kann oft helfen, Fehler zu vermeiden und Chancen zu maximieren.
  • Talentgewinnung und Sichtbarkeit: Innerhalb der Community können Unternehmen neue Talente entdecken und ihre Sichtbarkeit als Innovationsführer erhöhen. Dies kann zu neuen Geschäftsmodellen und Kooperationsmöglichkeiten führen und das  Vertrauen von Kunden und Partnern stärken.
  • Silodenken überwinden: Ideen entstehen an den Schnittstellen verschiedener Disziplinen. Eine Innovations-Community bringt genau jene Menschen zusammen, die im Alltagsgeschäft selten miteinander sprechen.
  • Schnellere Innovationszyklen: Kollaborative Entwicklungsumgebungen verkürzen die Time-to-Market und verbessern die Qualität neuer Lösungen durch frühzeitiges, vielfältiges Feedback.
  • Mitarbeitende als Innovationsquelle: Mitarbeitende, insbesondere im Vertrieb und Kundenservice, haben oft die wertvollsten Einblicke in Marktbedürfnisse. Eine Innovations-Community macht dieses Wissen systematisch nutzbar.
  • Kulturellen Wandel befördern: Innovations-Communities signalisieren, dass kreatives Denken, Experimentierfreude und das Infragestellen des Status quo erwünscht sind.
  • Kostengünstige Ideenentwicklung: Im Vergleich zu klassischen Innovationsprojekten sind Communities ein ressourceneffizienter Weg, um Ideen zu sammeln, zu testen und weiterzuentwickeln.

Insgesamt können Innovationscommunities Unternehmen dabei unterstützen, sich in einer immer komplexer und schneller werdenden Welt effektiv zu positionieren und weiterzuentwickeln. Sie bieten eine Plattform, die Zusammenarbeit, kontinuierliches Lernen und kreative Entwicklung fördert und wird somit zum entscheidenden Faktor für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens .

Vorteile einer Innovations-Community im Überblick

Innovationscommunities bieten Unternehmen eine Vielzahl von Vorzügen, die weit über den herkömmlichen Innovationsprozess hinausgehen:

  • Effizientere Ressourcennutzung: Die kollaborative Natur von Innovations-Communities ermöglicht eine effektivere und effizientere Nutzung von Ressourcen, wie Know-how, Technologie oder Finanzmittel, da sie gemeinschaftlich geteilt und angewendet werden.
  • Gemeinschaftliches Problemverständnis: In einer Innovations-Community entsteht ein tieferes Verständnis für Herausforderungen, da Mitglieder aus unterschiedlichen Fachgebieten ihre Perspektiven und Erfahrungen teilen. Dadurch werden Lösungswege identifiziert, die in einem isolierten Umfeld übersehen worden wären.
  • Adaptive Lernumgebung: Die stetige Reflexion und der Austausch innerhalb der Community schaffen ein Lernumfeld, das sich dynamisch an aktuelle Anforderungen und Herausforderungen anpassen kann. Die Mitglieder profitieren von kontinuierlichem Feedback und können ihre Strategien entsprechend optimieren.
  • Stärkung der gesellschaftlichen Rolle: Die Beteiligung an einer Innovations-Community betont die Rolle eines Unternehmens oder einer Institution als gesellschaftlich verantwortlicher Akteur. Es zeigt Engagement über den eigenen Betrieb hinaus und festigt das positive Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit.

Erfolgsmessung einer Innovations-Community

Die Erfolgsmessung von Innovations- und Co-Creation-Communities konzentriert sich auf drei Kernbereiche:

  • Produktverbesserungen und Innovationen: Anzahl umgesetzter Verbesserungsvorschläge, entwickelter Prototypen und neu eingeführter Features auf Basis von Community-Input
  • Implementierungsrate: Wie viele der eingereichten Community-Ideen werden tatsächlich umgesetzt? 
  • Entwicklungszeitverkürzung: Reduzierte Time-to-Market bei Produkten und Services, in deren Entwicklung die Community eingebunden war
  • Engagement und Partizipation: Aktivitätsrate der Mitglieder, Ideeneinreichungen pro Monat, Beteiligungsquote bei Innovation Sprints und Challenges

Praxisbeispiele für Innovation-Communities

Erfolgreiche Innovations-Communities finden sich in Unternehmen unterschiedlichster Branchen:

  • Technologieunternehmen wie Salesforce setzen auf groß angelegte externe Innovations-Communities, in denen Kund:innen und Entwickler:innen gemeinsam neue Features und Produkte gestalten. Salesforce sammelte zwischen 2006 und 2019 über 65.000 Ideen aus der Community – daraus entstanden 3.000 neue Produktfeatures.
  • Lebensmittelunternehmen wie Ferrero nutzen interne Taste-Test-Communities, um neue Produktideen vor der Markteinführung intern zu validieren. Die Mitarbeitenden fungieren hierbei als erste Testgruppe.
  • Telekommunikationsunternehmen nutzen interne Innovations-Communities, um Digitalisierungsideen aus der Belegschaft zu sammeln und in Transformationsprojekte einzuspeisen.
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) hat mit ihrem Pilotprogramm gezielt Modelle gefördert, die akademisches Wissen und praktische Umsetzung durch Community-basierte Zusammenarbeit verbinden.

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) ist ein Paradebeispiel für die Vernetzung im Innovationsbereich. Es integriert den gesamten Innovationszyklus, von der Bildung bis zur Unternehmensgründung. Es fungiert als Katalysator, indem es Expert:innen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt, um gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Mit dem Ziel, eine nachhaltige Zukunft für Europa zu sichern, legt das EIT großen Wert darauf, Innovationen zu fördern und Talente auszubilden. 

Die Kultur des EIT zeichnet sich durch Zusammenarbeit, Kreativität und Exzellenz aus. Es gibt mehrere spezifische Innovationscommunities innerhalb des EIT, wie zum Beispiel EIT Digital, EIT Climate-KIC und EIT Health. Jede dieser Communities hat eigene Ziele, aber sie teilen alle das Bestreben, Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu finden und diese in die Praxis umzusetzen.

Auch die Europäische Kommission bietet eine Innnovationscommunity, um Forscher unterschiedlicher Branchen und Expertisen international zu vernetzen. 

In ihrem TEDx Talk zeigt Claire Madden auf, wie Innovationen von Airbnb und Uber mit Hilfe der Community gesellschaftlichen Wandel vorantreiben: Creating a culture of collaborative innovation

Das Deutsche Rote Kreuz nutzt eine Social Innovation Community, um mit- und voneinander zu lernen sowie gemeinschaftlich Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln. Die Community trifft sich sowohl online als auch in Präsenz und ist offen für Interessierte. 

Wie Sie eine Innovations-Community Schritt für Schritt aufbauen

Der Aufbau einer erfolgreichen Innovations-Community erfordert die harmonische Verschmelzung von Wissen und praktischer Anwendung.

  • Ziele definieren: Bevor Du eine Innovations-Community gründest, solltest Du Dir klare Ziele setzen. Überlege Dir, welche Ziele ihr verfolgen, welche Herausforderungen ihr bewältigen und welche Lösungen ihr entwickeln wollet. Achte hierbei sowohl auf kurz- als auch auf langfristige Aspekte. Berücksichtige wissenschaftliche Meilensteine, wie z.B. die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, und überlege, wie ihr diese in konkrete Anwendungen überführen könnt.
  • Zielgruppe bewusst divers zusammensetzen: Innovations-Communities leben von unterschiedlichen Perspektiven. Bringe Personen aus verschiedenen Disziplinen, Hierarchieebenen und Erfahrungshintergründen zusammen.
  • Plattform bereitstellen: Schaffe einen Ort – digital oder physisch -, an dem sich die Mitglieder der Community vernetzen und ihre Ideen austauschen können. Suche nach Tools und Plattformen, die den spezifischen Bedürfnissen gerecht werden, wie z.B. sicherer Datenzugriff und spezialisierte Analysewerkzeuge, und fördere gleichzeitig den offenen Zugang zu Daten und Forschungsergebnissen. Nutze Plattformen, die asynchronen Austausch, Ideensammlung, Abstimmungen und Dokumentation ermöglichen. Tools wie Miro, Notion, MURAL oder spezialisierte Innovationsmanagement-Software unterstützen den Prozess.
  • Schaffe psychologische Sicherheit: Innovation braucht den Mut, unfertige Ideen zu äußern und ein Klima, in dem Fehler und ungewöhnliche Gedanken willkommen sind.
  • Förderung der Zusammenarbeit: Ermutige die Mitglieder zu aktiver Interaktion und kollaborativem Arbeiten. Fördere den Austausch von Ideen und gemeinschaftliche Lösungsansätze.
  • Interaktion intensivieren: Fördere den Wissensaustausch und den Fluss von Ideen durch regelmäßige Treffen, Workshops und Veranstaltungen.
  • Etabliere regelmäßige Formate: Hackathons, Innovation Sprints, Challenge-Formate oder wöchentliche Ideen-Calls geben der Community Rhythmus und Richtung.
  • Mache Ideen sichtbar: Kommuniziere, welche Ideen aufgegriffen werden und welche nicht. Diese Transparenz über den weiteren Prozess ist entscheidend für langfristiges Engagement.
  • Erfolg messen: Lege klare Kriterien und Kennzahlen fest, um den Erfolg und den Fortschritt der Innovations-Community zu messen. Überprüfe regelmäßig, inwieweit die Community ihre Ziele erreicht und wie sich der Innovationsprozess entwickelt. Denke auch darüber nach, wie wissenschaftliches Wissen effektiv in die Praxis übertragen wird und führe regelmäßige Feedbackrunden durch, um das Engagement der Community im Blick zu behalten.
  • Feiere Erfolge: Wenn eine Idee aus der Community zu einem echten Produkt oder einer Prozessverbesserung führt, mache das sichtbar und feiert den Erfolg gemeinsam. Das motiviert zur weiteren Beteiligung.

Das Forschungsinstitut Borderstep hat einen Leitfaden für die Praxis mit ausgewählten Fallstudien herausgebracht: Innovation Communities: Kooperation zahlt sich aus!

Das DATI-Pilot-Programm: Ministerium fördert Innovationscommunities

Die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) wurde ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Unternehmen und Gesellschaft zu stärken. Im Pilotprogramm des Bundesministerium für Bildung und Forschung wurden gezielt Modelle gefördert, die akademisches Wissen und praktische Umsetzung durch Community-basierte Zusammenarbeit verbinden. Das Programm zielt darauf ab, durch geförderte Innovationscommunities Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und den Transfer von Wissen in die praktische Anwendung zu beschleunigen. Angesetzt war dafür ein Budget mit einem Volumen von bis zu 5. Millionen €.

Das DATI-Pilot-Programm ist als Referenzprojekt noch online dokumentiert, nimmt jedoch aktuell keine neuen Anträge mehr an. Es bleibt ein wichtiges Beispiel dafür, wie staatliche Förderung Innovations-Communities institutionell stärken kann – und ein Hinweis darauf, dass das Thema auch auf politischer Ebene als strategisch relevant anerkannt wird.

Aktuelle Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFTR) unter dem Bereich Forschungsförderung.

Innovationscommunities als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis

Innovationscommunities spielen eine entscheidende Rolle in der Verbindung von akademischem Wissen und praktischer Umsetzung. Durch ihre Fähigkeit, Experten verschiedenster Hintergründe zu vereinen, ermöglichen sie nicht nur die Entwicklung neuer, bahnbrechender Ideen, sondern auch deren Umsetzung in praxisrelevante Lösungen.

Ihr besonderer Mehrwert ergibt sich aus der synergetischen Verknüpfung von akademischem Wissen und praktischer Expertise. Dabei wird nicht nur der reine Wissensaustausch gefördert, sondern auch eine kollaborative Herangehensweise an aktuelle Herausforderungen. Dies führt zu einem tiefgreifenden Verständnis von Problemen und ermöglicht es, innovative Antworten zu finden. Das Hauptziel ist die Schaffung von Synergien, der gemeinsame Wissensaustausch und die kollaborative Arbeit hin zu einem gemeinsamen Ziel. Dies maximiert nicht nur das Wissen jedes Einzelnen, sondern steigert auch die Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen.

Für Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen bieten Innovationscommunities somit die Chance, proaktiv die Zukunft zu gestalten.  Durch ihre Integration können Organisationen nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern diese aktiv mitgestalten und somit eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen. In einer solch integrierten Herangehensweise liegt der Schlüssel, um den zukünftigen Anforderungen sowohl des Marktes als auch der Forschung gerecht zu werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Innovations-Community?

Eine Innovations-Community ist eine Gruppe, die gezielt zusammenkommt, um neue Ideen zu entwickeln, Lösungen zu erarbeiten und Wissen aus verschiedenen Bereichen zu verbinden. Ziel ist kollektive Innovationskraft – die Schaffung von Neuem statt die Vertiefung von Bestehendem.

Was ist der Unterschied zwischen einer Innovations-Community und einer Community of Practice?

Eine CoP entwickelt bestehendes Wissen weiter. Eine Innovations-Community fokussiert auf die Schaffung von Neuem – neue Produkte, Prozesse oder Lösungsansätze. CoPs sind stärker von Praktiker:innen eines Fachgebiets geprägt; Innovations-Communities bewusst interdisziplinär.

Wie gründet man eine Innovations-Community?

Beginne mit einem klaren Innovationsauftrag und rekrutiere Mitglieder aus unterschiedlichen Disziplinen. Schaffe psychologische Sicherheit, wähle eine offene Kollaborationsplattform und etabliere regelmäßige Austausch- und Ideenformate.

Welche Unternehmen nutzen Innovations-Communities erfolgreich?

Salesforce, SAP, Siemens und Deutsche Telekom setzen auf interne Innovations-Communities. Auch Forschungseinrichtungen und öffentlich geförderte Transferprojekte wie das DATI-Pilotprogramm nutzen dieses Modell.

Wie messe ich den Erfolg einer Innovations-Community?

Relevante Kennzahlen sind: Anzahl entwickelter Ideen, Pilotprojekte, umgesetzte Innovationen, Implementierungsrate (Anteil umgesetzter Ideen), Zeitersparnis in der Produktentwicklung sowie die Partizipationsrate und Mitgliederzufriedenheit.

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